Bothfeld
Die Ortschaft Bothfeld wurde 1274 erstmals als "Botvelde" in einer Schenkungsurkunde des Herzogs Johann von Braunschweig-Lüneburg (1252 - 1277) erwähnt. Auch die Bezeichnung "Bortfeldt" oder "Bortfelt" ist zu finden. Die Schreibweise wechselte jeweils im Laufe der Zeit.
Während des Mittelalters lag der Ort im Grenzland. Die Bachläufe von Wietze und Schnede bildeten die natürlichen Grenzen zwischen Ostfalen und Engern sowie zwischen den Fürstbistümern Minden und Hildesheim.
Der markante Turm der St. Nikolai-Kirche (Bild oben links) aus Raseneisensteinen stammt wohl aus der Zeit von 1350. Ob er ursprünglich überhaupt als Kirchturm erbaut wurde, ist ungeklärt. Eine St. Nikolai-Kirche (vielleicht eine Kapelle - Filialkirche von St. Jakobus in Kirchrode) wurde bereits 1288 erwähnt. In diesem Jahr wurde die Kirche durch die Grafen von Roden-Wunstorf mit einer Schenkung bedacht. Weitere Schenkungen - u.a. der Grafen von Hallermund - folgten 1295 und 1359.
Das Kirchspiel Bothfeld wurde im Mittelalter zunächst in weltlichen wie in geistlichen Angelegenheiten vom Pfarrer von St. Nikolai verwaltet. Während der Hildesheimer Bischofsfehde (1331 - 1352) gelangte Bothfeld an das Herzogtum Lüneburg. Als Folge des Lüneburger Erbfolgekrieges (1371 - 1388) und der darauffolgenden Teilung der Herzoghäuser Braunschweig und Lüneburg wurde Bothfeld als Bestandteil der Vogtei Lauenrode bzw. Langenhagen dem Haus Braunschweig-Lüneburg-Calenberg angeschlossen.
Über mehrere Jahrhunderte wurde die Verwaltung durch einen Vogt wahrgenommen. Zunächst war dies der Vogt von Lauenrode bzw. Langenhagen, später der Vogt von Bothfeld. Dem eingesetzten Vogt oblag die Verwaltung und Betreuung dieser wohl kleinsten Verwaltungseinheit des Fürsten- und späteren Herzogtums Calenberg. Calenberg als ehemaliges Teil-Fürstentum der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg bildete den Grundstock des späteren Kurfürstentums Hannover. Unter Herzogin Elisabeth II. wurde in der Region 1542 die Reformation eingeführt.
Die Vogtei Bothfeld umfasste die vier ehemaligen Dörfer Bothfeld, Groß-Buchholz, Klein-Buchholz und Lahe. Alle vier Dörfer lagen auf einer etwa drei Meter hohen Anhöhe. Dieser bescheidene Höhenunterschied war für die Besiedlung der Vogtei von entscheidender Bedeutung. Während die angrenzenden Flächen aus unwirtlichem Sumpf- und Brachland bestanden, überragte die eiszeitliche Erhöhung das benachbarte Niederungsgelände so weit, dass man trocken darauf wohnen und Äcker und Wiesen anlegen konnte.
Bothfeld war ein sogenanntes Angerdorf. Die Gehöfte umschließen den Anger, der auch als Gemeindeweide dienen kann und auf dem öffentliche Gebäude (Kirche etc.) stehen können. Ein Ortswappen, das strengen heraldischen Ansprüchen genügen könnte, ist nicht bekannt. Der alte Ort war im 19. Jahrhundert noch eine reine Landgemeinde. Die Geest- und Heidelandschaft war mit Heidekraut und Kiefern bewachsen. Neben der Viehhaltung erfolgte Holzwirtschaft. Im nördlichen Bereich erstreckt sich der Bothfelder Wald bis nach Isernhagen. Dort liegt auch der Stadtfriedhof Bothfeld, auf dem am 1967 Benno Ohnesorg beerdigt wurde. Die Wohngebiete bestehen überwiegend aus Einfamilien- und Reihenhäusern unterschiedlicher Bauperioden, unter anderem gibt es freistehende Häuser, Gartenhofhäuser und eine Grasdachsiedlung. Durch Bothfeld verkehrt die Stadtbahnlinie 9.
Im Jahr 1907 wurde Bothfeld zusammen mit Lahe in die Stadt Hannover eingemeindet. 1974 erfolgte dann auch die politische Eingemeindung von Isernhagen-Süd. Hier gibt es hauptsächlich Eigenheime und Villen mit großen Grundstücken. Der Ort ist von weitläufigen Landschaftsschutzgebieten umgeben. Im Westen, Osten und Norden befindet sich die Feldmark, ein beliebtes Naherholungsgebiet als Teil eines grünen Rings, der Hannover umgibt. Die idyllische Lage des Bezirks erklärt, dass die Bodenpreise hier zu den höchsten der ganzen Stadt Hannover gehören, was erheblich auf die angrenzenden Wohnbereiche in Bothfeld ausstrahlt.
Die Isernhagener Bauernschaften wurden etwa Anfang des 13. Jahrhunderts auf gerodeten und urbar gemachten Wald- und Moorflächen um den sog. Hagenvogthof gegründet. Bereits um das Jahr 900 wurden in dem wald- und wasserreichen Gebiet in Schmelzhütten Raseneisenerze verhüttet. Diese im Mittelalter vorhandenen Eisenhütten sowie die Hagensiedler sind ursächlich für den Ortsnamen. Später entwickelte sich in den Bauernschaften eine bedeutende Pferdezucht.
Die ruhigen Stadtteilbereiche Bothfeld (ca. 20500 Einwohner) und Isernhagen-Süd (ca. 2700 Einwohner) sind auch heute noch in weiten Teilen von Naturschutzgebieten eingegrenzt.